Selbstsicherheit

Bis jetzt meinte ich, Selbstsicherheit sei, zu wissen, was richtig ist und aus dieser Sicherheit heraus das Richtige zu tun.

Aber das ist voll verkehrt!

Es fängt bei dem „richtig“ an.

Was ist denn richtig?
Bei näherem Hinschauen hab ich gemerkt, dass ich als richtig einstufe, was keine negativen Gefühle auslöst. Darum will ich, zu meiner eigenen Sichherheit, wissen, was zu tun ist.

Dummerweise geht das aber gar nicht.

1. will meine Seele alle Gefühle willkommen heissen und schickt mir darum immer wieder mal Grüsse aus dem Unbewussten. Diese werden von meinem Verstand als negativ bewertet, sind aber für meine Ent-wicklung äusserst positiv. Laut meiner Definition würde Selbsicherheit Entwicklung ziemlich erschweren und müsste darum eher Selbstbremserei oder so heissen.

2. kann ich nicht wissen, was als nächstes kommt. Jeder Schritt in die Zukunft ist ein ungewisser.

3. müsste ich mit diesem Richtig-machen-wollen auch mein Umfeld im Griff haben, weil die Reaktionen im Aussen mitbestimmen, ob ich’s richtig oder falsch gemacht habe.

4. entsteht Sicherheit nicht im Wissen, was zu tun ist, sondern im Wissen, dass mein Leben immer FÜR mich ist. Das nennt man dann Vertrauen.

Nachdem ich das alles kapiert habe, erkenne ich Selbstsicherheit ganz neu: es ist die Sicherheit, dass auch wenn ich etwas „Falsches“ mache, die Welt nicht untergeht, sondern mir Gelegenheit bietet zu wachsen, Neues zu entdecken, mich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammlen.

Leicht, spielerisch, gwundrig.

Einmal mehr liegt die Sicherheit nicht in der Kontrolle, sondern im Vertrauen.